Konkurs

Der Konkurs führt ihm Gegensatz zur Pfändung zu einer vollständigen Liquidation aller Aktiven des Schuldners zu Gunsten aller seiner Gläubiger (Universalexekution). Der Schuldner verliert das Recht, über sein Vermögen zu verfügen. Ausgenommen sind nur die sogenannten Kompetenzstücke, welche er zum Leben und zur Berufsausübung braucht. Der Konkurs soll es dem Schuldner ermöglichen, sich wirtschaftlich zu erholen.

Der Konkurs wird durch den Richter verfügt (= die Konkurseröffnung). Hierzu muss ihm ein formeller oder ein materieller Konkursgrund vorliegen. Ein formeller Grund liegt vor, wenn gegen einen konkursfähigen Schuldner (juristische Personen (Gesellschaften) oder im Handelsregister eingetragene Privatpersonen) erfolgreich eine Betreibung bis zum Konkursantrag durchgezogen werden konnte. Ein materieller Konkursgrund, der zu einer direkten Konkurseröffnung führt, liegt vor, wenn sich ein Schuldner in einer besonders schlechten Vermögenslage befindet und Gläubiger befürchten müssen, dass er unredliche Handlungen begeht oder aber, dass der Schuldner – oder seine Organe – selbst die Konkurseröffnung verlangen. Ein solches Konkursbegehren kann auch von einem nicht sonst konkursfähigen Schuldner, jeder Privatperson, gestellt werden (Privatkonkurs).

Wird der Konkurs eröffnet, stellt die Konkursverwaltung (das örtlich zustände Konkursamt) das Aktivvermögen (Konkursmasse) und das Passivvermögen (Konkursforderungen/ Schulden) des Schuldners fest. Alle Forderungen gegen den Schuldner werden mit Konkurseröffnung fällig. Forderungen, die nicht auf Geld lauten, werden in Geldforderungen umgerechnet. Über das Aktivvermögen wird ein Inventar erstellt, der Wert geschätzt und Ansprüche von Dritten vorgemerkt. Die Passiven werden im Kollokationsplan aufgenommen. Gewisse Forderungen, wie Forderungen von Arbeitnehmern, Sozialversicherungen oder Familienangehörigen werden privilegiert, d.h. vorrangig aufgenommen (Art. 219 SchKG) und auch so bezahlt. Werden Forderungen bestritten, entscheidet das Gericht darüber. Danach kommt es zur Verwertung der Aktiven durch öffentliche Versteigerung, Freihandverkauf oder durch Abtretung an Gläubiger. Der Erlös fliesst anteilsmässig an die Gläubiger (Konkursdividende), wobei zuerst die Kosten des Verfahrens (Massekosten) und Pfandgläubiger bezahlt werden.

Ein Schuldner kann während des Konkursverfahrens nicht mehr für Forderungen, die vor der Konkurseröffnung entstanden sind, betrieben werden. Für den durch die Konkursdividende nicht gedeckten Teil der Forderungen wird dem Gläubiger ein Konkursverlustschein ausgestellt. Mit diesem kann er den Schuldner (ausser gelöschte juristische Personen) nach Abschluss des Konkursverfahrens wieder betreiben, wenn dieser zu neuem Vermögen kommt. Neues Vermögen wird bereits angenommen, wenn der Schuldner wieder rund 50% mehr verdient, als sein Existenzminimum beträgt.